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Nun doch: auf die Couch.

Was tut man nicht alles für – richtig guten – Sex … Nachdem ich mich lange und vehement gegen den Gedanken gewehrt habe, dass meine Anorgasmie ein Fall für die Couch ist, hab ich mich nun doch auf den Weg zu einer Psychotherapeutin gemacht. Die Sessions bei der Körperarbeit waren zwar interessant und erbaulich. Ich lernte dort ein bisschen was über mich selbst dazu und nahm auch einige gute Hinweise mit, die mir in brenzligen Situationen im Job helfen werden. Doch meine Anorgasmie zeigte sich von der ganzen Sache total ungerührt.

So ging ich zu der einzigen verfügbaren Therapeutin der Stadt, die sowohl von der Kasse zugelassen ist als auch die Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen im Repertoire hat, heulte in ihrem Ledersessel ein Kleenex nach dem anderen voll und entschloss, bei ihr eine Psychotherapie zu beginnen. Ich ließ einen Konsiliarbericht von meinem Hausarzt ausfüllen, der bestätigt, dass es keine Gegenanzeigen für eine Psychotherapie gibt. Ich muss noch ein paar Formulare unterschreiben und zustimmen, dass ich jede Sitzung mindestens zwei Werktage vorher absage oder andernfalls 50 Euro bezahle (kein leichtes Versprechen mit einem zweijährigen Kind, das jederzeit krank werden kann) und schon kann’s los gehen.

Die gute Nachricht: Diese Therapeutin bezahlt – im Gegensatz zu dem Sextherapeuten, beim dem ich im April vorsprach – die gesetzliche Krankenkasse. Die nicht so gute: Ich brauche bis zu ihrer Praxis eine Stunde mit U- und S-Bahn.

Ich bin ziemlich skeptisch, ob diese Therapie von Erfolg gekrönt sein wird. Aber was tut man nicht alles …

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Anorgasmie macht arm

Nun habe ich es hinter mir. Zum vierten Mal in 13 Jahren habe ich mit einer Frauenärztin über meine Anorgasmie gesprochen. Das desaströse erste Mal habe ich ja schon hier beschrieben. Nun hat mir die Frauenärztin ohne lange Nachfragen den Namen eines Spezialisten genannt und eine Überweisung zum Sexualmediziner mitgegeben.

Ein Blick auf die Website dieses Spezialisten ergab, dass er kein Sexualmediziner, sondern Psychologe ist. Ein weiterer Klick zeigte, dass nicht die Krankenkasse – wie meine Frauenärztin glaubte – sondern ich selbst die Kosten für die Behandlung tragen muss. Ein erster Beratungstermin kostet schlappe 100 Euro.

Ein weiterer Blick in die Ärztedatenbank ergab, dass es in Berlin überhaupt nur drei Sexualmediziner gibt. Auch sie bieten Behandlungen von Anorgasmie an, die man allerdings auch privat bezahlen muss.

Ich bin gerade so in der Lage, das finanziell zu stemmen. Vor wenigen Jahren hätte ich das Geld ganz einfach nicht gehabt. Sicher wären die ein- bis zweitausend Euro in ein neues Leben voller orgasmischer Höhepunkte nicht schlecht investiert. Vorausgesetzt, diese Therapie hält, was sie verspricht.