Dieses ganze Sextherapeuten-Ding …

Vor vier Monaten hatte ich diese Probestunde bei einem Sexualtherapeuten, nach der ich mir in Ruhe überlegen sollte, ob ich bei ihm eine Paartherapie beginnen möchte, um dann vielleicht irgendwann einmal einen Orgasmus zu erleben. Ich habe mir wohl genug Zeit genommen, um schließlich festzustellen: That’s not who I am.

Ich sehe mich einfach nicht mit meinem Mann auf dieser Couch sitzen, wie wir einem Therapeuten über unser Liebesleben sprechen. Dafür ist mir unsere Intimität zu heilig. Ich habe Angst, dass sie dann zu einem Therapie-Gegenstand wird – wie ein Patient, der in einem komischen Flatterhemd auf einem Untersuchungsbank sitzt und darauf wartet, abgehört und abgeklopft zu werden. Das will ich unserer Sexualität nicht antun. Ich möchte sie nicht in das kalte Licht der Diagnostikleuchte zerren.

Dann soll sie lieber weiter vor sich hin dämmern.

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4 Gedanken zu „Dieses ganze Sextherapeuten-Ding …

  1. Zaubermann

    Vielleicht ist aber -hat man es erst einmal ausprobiert- das kalte Licht der Diagnostikleuchte womöglich doch noch um Einiges wärmer als das Licht einer vielleicht noch jahre-/jahrzehntelangen Höhepunktlosigkeit.

    Auch ein vertrautes (und daher als weniger intensiv wahrgenommenes) Leid summiert sich bedenkt man die lange Dauer, die man es noch mit sich herumtragen wird.

  2. prinzessinkurt

    wozu eine paartherapie, wenn der orgasmus doch aus dem singulären heraus nicht kommen will?

    ich selbst hatte dieses problem schon lange vor der ersten beziehung, die mit dem nichtempfinden können nun so gar nichts zu tun haben konnte. irgendwo auf dem weg von der trieb- in die verstandessteuerung oder umgekehrt ging etwas verloren.

    wie ich es schlussendlich nach jahren gefunden habe, ist nun kein öffentlichkeitstauglicher rat. und auch keine lösung für alle. thc hat mich neu verkabelt, mich die richtigen schaltstellen finden lassen. und nach einigen versuchen mit, ging es dann auch ohne.

    wie diese drei d bilder aus den neunzigern – wenn man endlich einmal herausgefunden hatte, wie man die augen bewegen musste, dann erschloss sich einem eine neue welt und man konnte zukünftig immer in die tiefe sehen, wo vorher nur seltsam bunt bedrucktes papier war.

  3. icantcome Autor

    Da liegst Du sicher richtig … Vielen Dank für den Kommentar. Ich bin nun auf der Suche nach einer anderen Form der Therapie, die sich nicht so therapeutisch anfühlt. Auf jeden Fall will ich diesen Zustand nicht noch weiter tatenlos tolerieren.

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