Bin ich zu bequem für einen Orgasmus?

Es ist nun bald einen Monat her, dass ich beim „Schnuppertermin“ für eine Sexualtherapie war. Der gute Dr. Love erklärte mir dabei, dass ich mir meine Vorstellung von einem Geheimrezept mit Orgasmustherapie abschminken könnte. Kommen oder nicht zu kommen, würde wohl bis zu meinem Lebensende ein wunder Punkt für mich bleiben. Versprechen könnte er mir aber, auf eine tiefere Ebene der Sexualität zu gelangen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass mein Sexualpartner zu den Sitzungen mitkommt. Dr. Love werde den Finger in die Wunde legen und so einiges aus unserer Partnerschaft hinterfragen. Er würde da herumbohren, wo es weh tut – wie ein Zahnarzt.

Es ist für mich und meinen Mann gar nicht so einfach, unter der Woche tagsüber zwei Stunden irgendwo als Paar zu erscheinen: Entweder arbeiten wir oder wir müssen uns um unsere Lütte kümmern. Außerdem bin ich mir nicht so sicher, ob ich so eine Paartherapie mit Kopfstress, schwierigen Gesprächen und Problemwälzerei momentan auf mich nehmen möchte. Da bleibe ich doch lieber anorgastisch und habe dafür aber ein kuscheliges, harmonisches Zuhause.

Oder sind das alles faule Ausreden?

Advertisements

11 Gedanken zu „Bin ich zu bequem für einen Orgasmus?

  1. michaellator

    Schöner Artikel, ich denke die Frage soltle anders gestellt werden. Du hast die Wahl diese „Therapie“ zu machen, also quasi du musst darin investieren, ob der es sich lohnt ist die andere Frage. Ich denke es kommt eher drauf ansich zu fragen lohnt es sich für mich persönlich, diesen Aufwand zu betreiben.
    Viel Erfolg 😉

  2. icantcome Autor

    @michaellator: Es freut mich, dass Dir der Post gefällt! Und danke für Deine Gedanken. Mit Deiner Formulierung triffst Du ins Schwarze – ich bin mir eben nicht sicher, ob der Aufwand sich lohnt. Ich möchte wieder mehr Spaß im Bett, ja, und damit meine Lebensqualität steigern. Es ist aber nicht so, dass ich krank, deprimiert oder meine Ehe in Gefahr wäre.

    @Ann: Tja, das ist eine gute Frage! Ich will mir wohl – wenn ich ehrlich bin – nicht helfen lassen, sondern am liebsten selber helfen – ohne einen Fremden.

    Wenn ich nur allein zu diesem Therapeuten gehen würde, wäre es auch etwas anderes. Aber die Vorstellung, da mit meinem Mann aufzulaufen, wir sitzen in der Praxis auf dem Leder-Sofa und lassen uns über unsere Beziehung aus, während Dr. Love sich Notizen macht und seine Brille putzt – nee, das kommt mir vor wie ein falscher Film.

  3. Ann

    Vielleicht ist dieser Dr. Love nicht der richtige für Dich/Euch?

    Ich meine, Du hast diesen Blog hier verfasst, weil da ein gewisser Leidensdruck ist, oder? Wenn Du Dir jetzt NICHT helfen lassen willst, dann wird das Gründe haben. Kann der Aufwand denn wirklich zu groß sein? Ist es nicht vielleicht der fehlende Glaube daran, dass Dr. Love Dir/Euch helfen kann? Oder vielleicht ist er Dir einfach unsympathisch?

  4. icantcome Autor

    Ja, Du hast schon recht, vielleicht liegt es wirklich an ihm und am liebsten würde ich noch zu einem anderen Therapeuten oder einer Therapeutin gehen, um einen Vergleich zu haben. Ich habe im Internet gesucht, aber bislang keine vertrauenserweckende Alternative gefunden. In dem Bereich sind viele Quacksalber unterwegs.

    Und zum Leidensdruck: Lustigerweise hat das Schreiben hier im Blog und das Feedback von Dir und anderen schon ziemlich gut geholfen gegen das „Leiden“. Danke dafür!

  5. dual

    Du warst da, du hast es versucht und ich an deiner Stelle hätte auch keine Lust, mein Eheleben vor ihm breitzutreten. Habt ihr denn bereits alles ausgeschöpft oder hast du für dich alles ausgeschöpft?

  6. icantcome Autor

    Nein, ausgeschöpft habe ich sicher noch längst nicht alles. Bis vor kurzem habe ich die Anorgasmie einfach ignoriert und keinen rechten Mut gehabt, mich dieser Problematik zu stellen. Intensiver damit beschäftigt hatte ich mich vor zehn Jahren eine Zeit lang.

    Ich bin gerade auf der Suche nach Alternativen zu der Paartherapie bei diesem Sexualpsychologen. Aber eigentlich habe ich schon das Gefühl, er bietet seriöse und fundierte Methoden.

  7. dual

    Mir ging es auch viele viele Jahre so….ich könnte dir noch einiges dazu erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Jedenfalls gebe nicht auf – vor allem nicht die Hoffnung. Eine geeignete professionelle Ansprechstelle kenne ich nicht.

  8. C.Callista

    Dein Blog habe ich endlich alles gelesen! Also der Begriff, Anorgasmie kannte ich bis dato noch nicht, jetzt weiß ich es.

    Dass Du überlegst, ob du zu einem anderen Therapeuten oder einer Therapeutin gehen möchtest, um einen Vergleich zu haben, warum nicht. Würde ich an deiner Stelle sicher auch machen.

    Liebe Grüße, Callista

  9. icantcome Autor

    Liebe Callista, Dein Interesse ehrt mich sehr! Vielen Dank.

    Und ja, ich suche momentan eine andere Form der Therapie, bei der es vielleicht konkreter um Körperarbeit gehen sollte. Dieser Therapeut, bei dem ich war, erscheint mir zu „bohrend“.

  10. Pingback: Nun doch: auf die Couch. | I can't come ...

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s